Global Energy Monthly

Danske Gas Intelligence  ·  Titelthema

Die Fracht bepreist das Risiko. Die Produkte zahlen die Rechnung.

Der August war ein Monat der Lieferung. Die IEA senkte ihre Ölnachfrageprognose, und dennoch erreichten die Tankerraten und die Margen auf Mitteldestillate Rekordwerte: Über die Kraftstoffkosten entschieden Route, Zeit und Verfügbarkeit, nicht der Rohstoff-Benchmark allein.

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September 2026  ·  Daten bis 31. August 2026
−1,6Mio. b/dÖlnachfrage 2026 · IEA, 12.08.
107,72USD/tFracht LR2 · Rekord 27.08.
1295,75USD/tULSD CIF Med · 26.08.
65,4%Gasspeicher EU · 31.08.
01

Editorial

Der August war ein Monat der Lieferung

Der Rohstoff-Benchmark reicht nicht mehr aus, um die tatsächlichen Kraftstoffkosten zu beschreiben

Die Augustdaten zeigten einen gespaltenen Markt. Die IEA senkte ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage, wies zugleich aber auf ein tiefes Bilanzdefizit im dritten Quartal, sinkende Lagerbestände und Rekordmargen bei Mitteldestillaten hin. Gleichzeitig blieben die Durchfahrten durch die Straße von Hormus drastisch eingeschränkt, und die Tankerraten erreichten neue Höchststände.

Für Europa bedeutete dies drei getrennte Prämien: für fehlende Raffinerieprodukte, für die Sicherheit der Route und für die Zeit, die nötig ist, um eine Ersatzladung zu finden. Die USA füllten die Lücke teilweise, doch die Wartungsarbeiten bei Freeport LNG und das begrenzte Tempo des Exportwachstums zeigten, dass der Atlantik kein unendlicher Puffer ist.

Im Luftverkehr war das Wachstum marginal, das Kraftstoffrisiko blieb hoch. Der physische Jet-Fuel-Markt war vergleichsweise gut versorgt, doch die Terminkurve zahlte weiterhin für die Unsicherheit. Bei SAF erzeugt die Regulierung nach wie vor Nachfrage, die wichtigste Währung bleiben jedoch ein transparenter Kosten-Benchmark und ein belastbarer Abnahmevertrag.

Global Energy Monthly erscheint monatlich. Die Konstruktion bleibt dieselbe: fester Datenschluss, vollständiges Quellenregister und Bewertung der Anspannung nach Märkten. Die Online-Ausgabe ergänzt sie um Thesen, die in der nächsten Ausgabe abgerechnet werden, und um einen Signalkalender – das sind Abschnitte der Redaktion von Danske Gas Intelligence, abgerechnet unabhängig vom Ergebnis.

Der Energiepreis im August war die Summe aus Rohstoff, Route, Zeit und Verfügbarkeit. Redaktionelle Schlussfolgerung · Danske Gas Intelligence
These der Ausgabe

Der wichtigste Preis des August war nicht Brent selbst. Es waren die Kosten, ein verfügbares Barrel oder eine LNG-Ladung durch ein überlastetes System aus Fracht, Versicherung und Ausweichrouten zu liefern.

Zeitraum: Veröffentlichungen vom 1. bis 31. August 2026 · Datenschluss: 31. August 2026 · Reichweite: global, mit Schwerpunkt auf der Übertragung des Risikos nach Europa. · Grundlage: IEA, EIA, OPEC, IATA, World Bank, GIE, Europäische Kommission, Argus, S&P Global Energy und Bloomberg.

02

Der Monat im Überblick

Zwölf Zahlen des August

Die Rohstoffnachfrage schwächt sich ab, die Lieferkosten steigen – beide Tendenzen in einem Monat

−1,6Mio. b/d Ölnachfrage 2026 · Veränderung ggü. Vorjahr IEA-Prognose der Jahresveränderung vom 12. August; erster jährlicher Rückgang seit 2020.
101,5Mio. b/d Ölangebot · Juli Weltweites Angebot im Juli laut IEA OMR, 12. August.
−69Mio. bbl Öllagerbestände · Veränderung im Juli Von der IEA am 12. August verzeichneter Lagerabbau.
1,8Mio. b/d Bilanz · Defizit im 3. Quartal IEA-Schätzung vom 12. August; mehr als doppelt so hoch wie in der Juli-Einschätzung.
188Tsd. b/d OPEC+ · Förderanpassung ab September Beschluss von sieben Staaten vom 2. August 2026.
−80% Hormus · Zahl der Durchfahrten seit Kriegsbeginn Rückgang um mehr als 80 % laut S&P Global Energy, 28. August.
107,72USD/t Fracht LR2 · Persischer Golf–Japan Rekord vom 27. August, am 28. August bestätigt. S&P Global Energy/Platts.
1295,75USD/t Diesel Med · ULSD CIF Mediterranean Bewertung vom 26. August. S&P Global Energy/Platts, 28. August.
16,5Bcf/d LNG aus den USA · Exporte im 3. Quartal Prognose EIA STEO vom 11. August (16,5 Bcf/d ≈ 467 Mio. m³/d); 0,2 Bcf/d niedriger als einen Monat zuvor.
65,4% Gasspeicher EU · Füllstand Stand 31. August laut GIE AGSI+; Ziel 90 % zum 1. November.
+0,2% Luftverkehr · globale RPK im Juli ggü. Vorjahr IATA, 31. August; Kapazität (ASK) +0,3 %.
−11,89USD/b Jet-Regrade · physischer Spread zu Diesel Beobachtung vom 12. August. S&P Global Energy/Platts, 13. August.
Gemeinsamer Nenner

Die Rohstoffnachfrage schwächt sich ab, doch der Mangel an funktionierender Logistik und fertigen Produkten hält den Druck auf die Lieferkosten aufrecht.

Chronik des August

  • 2. AugustSieben OPEC+-Staaten vereinbaren eine Förderanpassung um 188.000 b/d ab September. Die 67. Sitzung des JMMC betont die Sicherheit der Seewege und die Kosten des Wiederaufbaus der Infrastruktur.
  • 5. AugustDie neuen EU-Gasmarktregeln gelangen zur Anwendung. S&P Global Energy beschreibt das doppelte Engpassrisiko der Schifffahrt für Indien und China.
  • 6. AugustDie World Bank veröffentlicht das Pink Sheet: Rohstoffpreise im Juli weitgehend unverändert.
  • 7. AugustSAFCo in Singapur schließt den ersten freiwilligen Versuch einer gemeinsamen SAF-Beschaffung ab.
  • 10. AugustDie aktualisierte Platts-Methodik für die SAF-Produktionskosten in Nordwesteuropa und an der US-Westküste tritt in Kraft.
  • 11. AugustEIA STEO senkt die Prognose der US-LNG-Exporte im 3. Quartal auf 16,5 Bcf/d. Gasspeicher EU bei rund 59,4 %. Argus veröffentlicht eine Analyse des Tankerfrachtmarkts.
  • 12. AugustIEA Oil Market Report: Nachfrage 2026 um 1,6 Mio. b/d unter dem Vorjahr, Defizit im 3. Quartal 1,8 Mio. b/d. Physischer Regrade Jet–Diesel minus 11,89 USD/b.
  • 13. AugustS&P Global Energy: Europäische Jet-Fuel-Kurve über Diesel trotz Überangebot am physischen Markt.
  • 20. AugustIn der Schweiz (PSI) wird eine Demonstrationsanlage für synthetischen Flugkraftstoff in Betrieb genommen. Gasspeicher EU bei rund 62 %.
  • 22.–23. AugustUngleichmäßiger Schiffsverkehr durch Hormus am Wochenende; keine Einigung (Argus, 24. August).
  • 26. AugustULSD CIF Mediterranean mit 1295,75 USD/t bewertet.
  • 27.–28. AugustFrachtrekord LR2 Persischer Golf–Japan: 107,72 USD/t. S&P Global Energy: Zahl der Durchfahrten durch Hormus seit Kriegsbeginn um mehr als 80 % niedriger.
  • 31. AugustIATA: globale RPK im Juli +0,2 % gegenüber dem Vorjahr. Gasspeicher EU 65,4 %. Datenschluss der Ausgabe.

Quellen: IEA OMR, 12.08.; OPEC, 2.08.; EIA STEO, 11.08.; S&P Global Energy, 5., 10., 13. und 28.08.; Argus Media, 11. und 24.08.; IATA, 31.08.; World Bank, 6.08.; SAFCo, 7.08.; Swiss Confederation/PSI, 20.08.; Europäische Kommission, 5.08.; GIE AGSI+.

03

Thema des Monats · Logistik

Die Logistik ist zum Benchmark geworden

Fracht, Versicherung und Lieferzeit trennen die regionalen Märkte immer stärker voneinander

GLOBALE ANALYSE · 31. August 2026

Der Energiemarkt im August war vor allem ein Markt der Durchlässigkeit und der verfügbaren Tonnage. Der Spotpreis beschrieb den Wert des Moleküls am Referenzpunkt; über die Lieferkosten entschied, ob ein Schiff auslaufen kann, wer es versichert und wie lange die Ausweichroute dauert.

August unter dem Druck der Logistik

Karte der Anspannung zum 31. August 2026 · qualitative Einschätzung von Danske Gas

MarktAnspannungKritischer Punkt
RohölHochPhysisches Defizit gegen schwächere Nachfrage
LNG und GasSehr hochHormus und langsamere Speicherbefüllung in Europa
DieselSehr hochExportausfall und Rekordmargen
Jet FuelHochRisiko in der Terminkurve trotz Überangebot am Spotmarkt
Biokraftstoffe und SAFStrukturellDie Quoten wachsen schneller als das Angebot
Abb. 1. Die Bewertung der Anspannung zeigt, wo der Spotpreis das volle Lieferrisiko nicht abbildet. Die Stufen sind eine redaktionelle Einschätzung, kein Marktmaß.

S&P Global Energy meldete, dass die Zahl der Schiffsdurchfahrten durch Hormus seit Kriegsbeginn um mehr als 80 % gesunken ist. Unter normalen Bedingungen wickelt die Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten seewärtigen Öl- und LNG-Ströme ab. Weniger Schiffe, die zur Fahrt fähig und bereit sind, senken die Flotteneffizienz und verlängern die Umlaufzeiten.

Argus verzeichnete am Wochenende des 22.–23. August einen ungleichmäßigen Verkehr durch die Meerenge, und seine Frachtmarktanalyse wies auf die wachsende Bedeutung der Kriegsrisikoprämie, der Schiffsverfügbarkeit und der Ausweichrouten hin. Das erklärt, warum die Produktkosten selbst dann hoch blieben, als der Ölpreis auf Signale schwächerer Nachfrage reagierte.

Im August war die Gewissheit, dass die Ladung tatsächlich ankommt, das teuerste Gut. Redaktionelle Schlussfolgerung · Danske Gas Intelligence
Was daraus folgt

Jeder der fünf Märkte hat seinen eigenen kritischen Punkt, doch der gemeinsame Nenner ist einer: Route und Tonnage. Solange Fracht und Versicherung das Risiko getrennt vom Rohstoff bepreisen, beschreibt der Öl-Benchmark nicht die Kosten des im Empfangshafen bereitgestellten Kraftstoffs.

Quellen: S&P Global Energy, 28.08.2026; Argus Media, 11. und 24.08.2026; Karte der Anspannung – Synthese von Danske Gas auf Grundlage von IEA, EIA, OPEC, Argus, S&P Global Energy und IATA.

04

Rohöl

Die Nachfrage schwächt sich schneller ab, als das Angebot zurückkehrt

Die IEA sieht den ersten jährlichen Rückgang seit 2020, im 3. Quartal aber weiterhin ein tiefes Defizit

ÖL-DESK · 12. August 2026

101,5Mio. b/d Weltweites Angebot · Juli IEA Oil Market Report, 12.08.2026.
−6,3Mio. b/d Angebot · Veränderung ggü. Vorjahr Kachel „Öl in Zahlen“ der IEA, ohne Angabe des Bezugsmonats. IEA OMR, 12.08.2026.
−69Mio. bbl Lagerbestände · Veränderung im Juli IEA Oil Market Report, 12.08.2026.
1,8Mio. b/d Bilanzdefizit · 3. Quartal Mehr als doppelt so hoch wie in der Juli-Einschätzung. IEA OMR, 12.08.2026.
96,80USD/b North Sea Dated · Schlusskurs Juli Nach einem Anstieg um 25,67 USD/b im Monatsverlauf. IEA OMR, 12.08.2026.
~92USD/b North Sea Dated · bei Veröffentlichung des Berichts Notierung zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des IEA OMR, 12.08.2026.

Die Ölnachfrage kehrt erst zum Jahresende zum Wachstum zurück

Veränderung gegenüber dem Vorjahr laut IEA · Mio. b/d

QuartalNachfrageveränderung ggü. VorjahrLesart
2. Quartal 2026−4,9 Mio. b/dTiefster Rückgang des Jahres
3. Quartal 2026−2,8 Mio. b/dWeiterhin deutlich negativ
4. Quartal 2026+0,58 Mio. b/dRückkehr zum Wachstum
Abb. 2. Der Nachfragerückgang verringert sich in den folgenden Quartalen, doch die volle Rückkehr zum Wachstum wird erst im 4. Quartal erwartet.

Die IEA senkte ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage 2026 auf einen Rückgang um 1,6 Mio. b/d, 510.000 b/d tiefer als einen Monat zuvor. Die Schließung oder Einschränkung von Hormus sowie hohe Kraftstoffkosten dämpften den Verbrauch. Der stärkste Rückgang entfiel auf das zweite Quartal, das dritte sollte deutlich negativ bleiben.

Ein Überschussmarkt war das dennoch nicht. Die IEA schätzte das Defizit im 3. Quartal auf 1,8 Mio. b/d, mehr als doppelt so hoch wie in der Juli-Einschätzung. Das weltweite Angebot lag im Juli bei 101,5 Mio. b/d, und die Lagerbestände verringerten sich um 69 Mio. bbl; im Vorjahresvergleich wies die IEA ein um 6,3 Mio. b/d niedrigeres Angebot aus. Das Augustbild der IEA verband ein begrenztes Angebot, sinkende Bestände und ein Bilanzdefizit.

North Sea Dated stieg im Juli um 25,67 USD/b und schloss den Monat bei 96,80 USD/b; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts wurde bei rund 92 USD/b gehandelt. Schwächere Nachfrage und tiefes Defizit traten gleichzeitig auf – das ist kein Widerspruch, sondern die Beschreibung eines Marktes, in dem das Angebot langsamer zurückkehrt, als der Verbrauch schwindet.

Schlussfolgerung für den Einkauf

Die niedrigere Nachfrageprognose begrenzt das mittelfristige Aufwärtspotenzial von Rohöl, beseitigt aber nicht die kurzfristige Prämie für das physische Defizit und die Lieferstörungen.

Quellen: IEA Oil Market Report, 12.08.2026.

05

Rohöl und OPEC+

OPEC+ korrigiert das Angebot in kleinen Schritten

188.000 b/d ab September sind ein Signal der Flexibilität, nicht der vollständigen Normalisierung

ÖLPOLITIK · 2. August 2026

Sieben OPEC+-Staaten – Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman – beschlossen am 2. August eine Förderanpassung um 188.000 b/d ab September. Zugleich betonten sie die Pflicht zur Kompensation früherer Überproduktion und die Beibehaltung der monatlichen Überprüfung der Marktlage.

Das JMMC verwies auf die Bedeutung der Sicherheit der Seewege sowie auf den kostspieligen und langwierigen Wiederaufbau beschädigter Infrastruktur. Das ist eine wichtige Unterscheidung: Die formale Förderquote entspricht nicht dem im Zielhafen verfügbaren Barrel, solange Infrastruktur oder Route eingeschränkt bleiben.

Die formale Förderquote entspricht nicht dem im Zielhafen verfügbaren Barrel. Kommentar der Ausgabe zur OPEC+-Entscheidung vom 2. August 2026

Bloomberg beschrieb in seinem August-Monitoring für Asien die Verschiebung der Einkaufsrichtungen: Chinesische Raffinerien griffen zu irakischem Rohöl, Indien kaufte mit größerem Vorlauf, und Produzenten suchten Übernahmepunkte abseits der riskantesten Seegebiete. Das sind Signale einer Neuordnung der Ströme, nicht eines vollständigen Nachfrageschwunds.

Wie diese Entscheidung zu lesen ist

Die Anpassung um 188.000 b/d ab September ist ein Signal der Flexibilität, nicht der vollständigen Normalisierung. Über das für den Abnehmer verfügbare Barrel entscheiden heute Infrastruktur und Route, nicht die Quote allein; die monatlichen Überprüfungen lassen der Gruppe die Möglichkeit, den Kurs in beide Richtungen zu ändern.

Quellen: OPEC, 2.08.2026 (Mitteilung der sieben Staaten und 67. Sitzung des JMMC); Bloomberg APAC Fuel Crunch, Veröffentlichungen 3.–21.08.2026.

06

Fracht und Produkte

Hormus verlagert die Prämie vom Rohöl auf die Kraftstoffe

Der LR2-Rekord und der Sprung des Dieselpreises zeigen die Kosten nicht verfügbarer Logistik

FRACHT UND PRODUKTE · 28. August 2026

107,72USD/t LR2 · Persischer Golf–Japan Rekord vom 27. August, am 28. August bestätigt. S&P Global Energy/Platts.
−80% Schiffsdurchfahrten durch Hormus Rückgang um mehr als 80 % seit Kriegsbeginn. S&P Global Energy, 28.08.2026.
1295,75USD/t ULSD CIF Mediterranean · 26. August Gegenüber 762,75 USD/t vor dem Krieg und einem Fünfjahresdurchschnitt von 853 USD/t.

Die Lieferkosten lösen sich vom Rohstoffpreis

ULSD CIF Mediterranean · Platts-Beobachtungspunkte von Ende August 2026

ReferenzpunktULSD CIF MedKontext
27. Februar762,75 USD/tVor Kriegsausbruch
Fünfjahresdurchschnitt853 USD/tReferenzpunkt für die Marge
26. August 20261295,75 USD/tAugustbewertung
Abb. 3. Rekordfracht und starker ULSD-Anstieg traten in derselben Lieferkette auf.

Die Rate auf der LR2-Route Persischer Golf–Japan erreichte am 27. August 107,72 USD/t und hielt dieses Niveau am Folgetag. S&P Global Energy wies darauf hin, dass die eingeschränkte Passierbarkeit von Hormus und die unterschiedliche Risikotoleranz der Reeder die Flottenauslastung verschlechtert und den Tonnagebedarf erhöht haben.

In derselben Woche war die Übertragung auf das Produkt sichtbar: ULSD CIF Mediterranean wurde am 26. August mit 1295,75 USD/t bewertet, gegenüber 762,75 USD/t vor Kriegsausbruch und einem Fünfjahresdurchschnitt von 853 USD/t. In Südostasien lagen die Destillatimporte im August rund 20 % unter dem Vorkriegsniveau.

Implikation

Für Diesel sind Rohstoff, Crack, Fracht, Versicherung und die Verfügbarkeit des Lieferfensters getrennt zu verfolgen. Eine einzige, auf Brent gestützte Formel beschreibt nicht das gesamte Risiko.

Quellen: S&P Global Energy/Platts, 28.08.2026.

07

LNG und Gas

Die USA sind ein Puffer, aber kein sofortiger

Freeport begrenzte die Flexibilität des Atlantiks in einem Monat hoher Spreads nach Europa und Asien

GAS UND LNG · 11. August 2026

16,7Bcf/d LNG-Exporte USA · 3. Quartal · Juli-Prognose EIA Short-Term Energy Outlook, Prognose vom Juli.
16,5Bcf/d LNG-Exporte USA · 3. Quartal · August-Prognose EIA STEO, 11.08.2026; 0,2 Bcf/d niedriger als einen Monat zuvor.
2,0Bcf/d Freeport LNG · von den Arbeiten betroffene Kapazität Nominelle Exportkapazität; Arbeiten vom 10. Juli bis Ende August.

Die EIA prognostizierte die durchschnittlichen US-LNG-Exporte im 3. Quartal auf 16,5 Bcf/d (rund 467 Mio. m³/d), 0,2 Bcf/d weniger als in der Juli-Prognose. Die am 10. Juli begonnenen und bis Ende August geplanten Arbeiten bei Freeport LNG betrafen 2,0 Bcf/d (rund 57 Mio. m³/d) nomineller Exportkapazität.

Hohe Spreads nach Europa und Asien setzten Exportanreize, doch die EIA betonte das langsame Tempo beim Zubau zusätzlicher Kapazitäten. Zugleich schätzte S&P Global Energy, dass die vollständige Reparatur der katarischen LNG-Infrastruktur Jahre dauern wird. Für Käufer bedeutet das, dass der Wettbewerb um flexible atlantische Ladungen strukturell bleiben wird.

Der Atlantik schließt die Lücke nach dem Golf nicht. Die USA sind ein Puffer, aber kein sofortiger. Infografik der Ausgabe · Daten EIA STEO, 11. August 2026
Prognoseannahme

Die EIA unterstellte im Basisszenario erhebliche Einschränkungen der Ströme durch Hormus für den gesamten August. Diese Annahme ist als Bedingung der Prognose zu verstehen, nicht als Gewissheit über den weiteren Marktverlauf.

Quellen: EIA STEO, 11.08.2026; S&P Global Energy, 28.08.2026.

08

Europa · Gas

Die Speicher füllen sich, die Sicherheitsmarge nicht

Ende August lag der Füllstand in der EU bei 65,4 % gegenüber dem Ziel von 90 % zum 1. November

EUROPÄISCHES GAS · 31. August 2026

59,4% Füllstand EU-Speicher · 11. August GIE AGSI+, Tagesdaten.
62,0% Füllstand EU-Speicher · um den 20. August GIE AGSI+, Tagesdaten.
65,4% Füllstand EU-Speicher · 31. August GIE AGSI+; Ziel 90 % zum 1. November gemäß EU-Regeln.

Die Daten von GIE AGSI+ zeigten einen Füllstand von rund 59,4 % am 11. August, 62 % um den 20. August und 65,4 % zum Monatsende. Die Einspeicherung verlief positiv, doch der Abstand zum Ziel von 90 % zum 1. November blieb groß. Europa war dadurch stärker von herbstlichen LNG-Importen und vom Wetter abhängig als in Saisons mit höheren Beständen.

Seit dem 5. August gelten die neuen EU-Gasmarktregeln. Sie sollen die Marktintegration, die Versorgungssicherheit und den schrittweisen Ersatz fossilen Gases durch erneuerbare und kohlenstoffarme Gase unterstützen. Für den Handel bedeutet das, dass kurzfristige Bestände und strukturelle Veränderungen gleichzeitig an Bedeutung gewinnen.

Risiko für September

Je niedriger der Einstiegspunkt in den Herbst, desto empfindlicher reagiert TTF auf LNG-Ausfälle, norwegische Wartungen, Temperaturen und die Rückkehr des asiatischen Wettbewerbs.

Quellen: GIE AGSI+, Daten zum 11., 20. und 31.08.2026; Europäische Kommission, Regeln in Anwendung seit 5.08.2026.

09

Raffinerien und Destillate

Rohöl wird billiger, Destillate bleiben teuer

Das globale Raffineriesystem konnte die fehlenden Produkte nicht rasch ersetzen

RAFFINERIE-DESK · 12. August 2026

80,9Mio. b/d Weltweiter Raffineriedurchsatz · Juli Anstieg ggü. Vormonat, aber fast 5 Mio. b/d unter dem Vorjahresniveau. IEA OMR, 12.08.2026.
−370Tsd. b/d Durchsatzprognose · 3. Quartal Erneute Senkung durch die IEA wegen Exportstörungen aus dem Nahen Osten und Angriffen auf russische Raffinerien.
−3,8Mio. b/d Seewärtiger Produkthandel · ggü. Vorjahr Rückgang der Ströme aller Produkte weltweit. IEA OMR, 12.08.2026.

Der Engpass liegt bei den Mitteldestillaten

Veränderung der seewärtigen Exporte gegenüber dem Vorjahr laut IEA · Mio. b/d

StromVeränderung ggü. VorjahrAnmerkung
Diesel · Russland, Naher Osten und Asien−1,30 Mio. b/drund 20 % des Seehandels
Jet Fuel · dieselben Regionen−0,67 Mio. b/drund 34 % des Seehandels
Alle Produkte weltweit−3,80 Mio. b/dRückgang der Ströme
Produktexporte aus den USA+0,70 Mio. b/dTeilweise Kompensation
Abb. 4. Der Rückgang der Diesel- und Jet-Fuel-Exporte übertraf die teilweise Kompensation aus den USA.

Der weltweite Raffineriedurchsatz stieg im Juli auf 80,9 Mio. b/d, blieb aber fast 5 Mio. b/d unter dem Vorjahresniveau. Die IEA senkte die Durchsatzprognose für das 3. Quartal um weitere 370.000 b/d wegen der Störungen der Produktexporte aus dem Nahen Osten und der Angriffe auf russische Raffinerien.

Der seewärtige Produkthandel sank um 3,8 Mio. b/d gegenüber dem Vorjahr. Die Dieselexporte aus Russland, dem Nahen Osten und Asien lagen um 1,3 Mio. b/d niedriger, die Jet-Fuel-Exporte um rund 670.000 b/d. Der Anstieg der US-Exporte um 700.000 b/d milderte die Lücke, glich sie aber nicht aus.

Raffinerieprodukte erfordern nicht nur Rohstoff, sondern funktionierende Infrastruktur, Prozessenergie und Hafenzugang. Kommentar der Ausgabe · Raffinerien und Destillate
Handelsrelevanz

Ein Rückgang des Ölpreises senkt nicht automatisch den Preis des gelieferten Dieselkraftstoffs. Im August entschieden die Verfügbarkeit von Produkt und Route über die Marge.

Quellen: IEA Oil Market Report, 12.08.2026; S&P Global Energy, 28.08.2026.

10

Jet Fuel und Luftverkehr

Die Kraftstoffkosten steigen schneller als der Luftverkehr

Der physische Jet-Fuel-Markt war gut versorgt, doch die Terminkurve zahlte weiterhin für das Risiko

FLUGKRAFTSTOFFE · 31. August 2026

Spotmarkt und Terminkurve erzählen Verschiedenes

Jet Fuel und Diesel CIF NWE · USD/t · Beobachtung vom 12. August · physischer Regrade −11,89 USD/b

KurvenmonatJet FuelDiesel
August1301,25 USD/t1299,25 USD/t
September1280,75 USD/t1248,25 USD/t
Oktober1245,00 USD/t1192,50 USD/t
Abb. 5. Im August lagen die Preise für Jet Fuel und Diesel nahe beieinander, doch der Vorsprung von Jet Fuel wuchs in den folgenden Kurvenmonaten.

S&P Global Energy beschrieb ein Paradox: Der physische Regrade von Jet Fuel zu Diesel lag am 12. August bei minus 11,89 USD/b, was die Raffinerien zur Maximierung der Dieselproduktion anregte. Der europäische Jet-Fuel-Markt war durch Importe aus den USA und Nigeria versorgt, doch die September- und Oktoberkurve für Jet Fuel blieb wegen der Kriegsprämie über Diesel.

+0,2% Globale RPK · Juli ggü. Vorjahr Passagierverkehr laut IATA, 31.08.2026.
+0,3% Globale Kapazität (ASK) · Juli ggü. Vorjahr IATA, 31.08.2026.
85,2% Sitzladefaktor · Juli Weltweit, alle Märkte. IATA, 31.08.2026.

Der Luftverkehr wächst ungleichmäßig

RPK im Juli 2026 · Veränderung gegenüber dem Vorjahr · IATA-Veröffentlichung vom 31. August

RegionRPK ggü. VorjahrRichtung
Lateinamerika+6,1%Wachstum
Afrika+5,2%Wachstum
Europa+2,1%Wachstum
Asien-Pazifik+1,0%Wachstum
Nordamerika−1,2%Rückgang
Naher Osten−10,0%Rückgang
Abb. 6. Der Nahe Osten blieb die schwächste Region; das Wachstum trugen Lateinamerika und Afrika.

Die IATA meldete am 31. August, dass der globale Passagierverkehr (RPK) im Juli nur um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr wuchs, die Kapazität (ASK) um 0,3 %; der Sitzladefaktor lag bei 85,2 %. Der Nahe Osten blieb die schwächste Region. Die IATA nannte ausdrücklich hohe Kraftstoffkosten, wirtschaftliche Unsicherheit und geopolitische Spannungen als anhaltende Belastungen.

Schlussfolgerung für den Handel

Das Bild des physischen Marktes und das der Terminkurve sind getrennt zu führen. Ein gut versorgter Spotmarkt hebt die Kriegsprämie in den folgenden Monaten nicht auf, und die Saisonalität des Luftverkehrs folgt einem anderen Rhythmus als Fracht und Versicherung.

Quellen: S&P Global Energy/Platts, 13.08.2026; IATA, 31.08.2026.

11

Biokraftstoffe und SAF

Die Regulierung schafft Nachfrage, der Vertrag setzt das Angebot in Gang

Der August brachte eine bessere Kostenmethodik und kleine, aber konkrete Umsetzungen

EMISSIONSARME KRAFTSTOFFE · 31. August 2026

Die SAF-Quote verändert die Größenordnung des Marktes

Mindestanteil von SAF im an EU-Flughäfen bereitgestellten Kraftstoff · ReFuelEU Aviation

JahrMindestanteil SAF
20252%
20306%
203520%
204034%
204542%
205070%
Abb. 7. Der verpflichtende SAF-Anteil in der EU steigt sprunghaft, was langfristige Rohstoffversorgung und Produktionskapazitäten erfordert. Regulatorischer Kontext, gültig im August 2026.
  • 7. AugustSAFCo in Singapur gibt den Abschluss des ersten freiwilligen Versuchs einer gemeinsamen SAF-Beschaffung bekannt.
  • 10. AugustDie aktualisierte Platts-Methodik für die SAF-Produktionskosten in Nordwesteuropa und an der US-Westküste (HEFA-Pfad) tritt in Kraft.
  • 20. AugustIn der Schweiz, am Institut PSI, wird eine Demonstrationsanlage für einen neuen Pfad synthetischen Flugkraftstoffs in Betrieb genommen.

Am 10. August trat die aktualisierte Platts-Methodik für die SAF-Produktionskosten in Nordwesteuropa und an der US-Westküste in Kraft. Für den HEFA-Pfad berücksichtigt sie unter anderem Investitionen, Ausbeuten, Fixkosten, Wasserstoff, Rohstoff und Betriebsmittel. Das ist ein wichtiger Schritt: Der Markt braucht vergleichbare Produktionskosten, nicht nur den Preis einer einzelnen Transaktion.

Am 7. August gab SAFCo in Singapur den Abschluss des ersten freiwilligen Versuchs einer gemeinsamen SAF-Beschaffung bekannt. Am 20. August wurde in der Schweiz eine Demonstrationsanlage für einen neuen Pfad synthetischen Flugkraftstoffs in Betrieb genommen. Beide Ereignisse sind klein gegenüber der Größenordnung der Quote, zeigen aber den Übergang von der Absichtserklärung zu Infrastruktur und Beschaffungsmechanismus.

Die Größenordnung der Quote ist bekannt: von 2 % im Jahr 2025 über 6 % im Jahr 2030 und 20 % im Jahr 2035 bis 70 % im Jahr 2050. Ein solcher Pfad lässt sich ohne langfristige Rohstoffversorgung und Produktionskapazitäten nicht schließen, also nicht ohne Verträge, die eine Bank als belastbar anerkennt.

Schlussfolgerung für HVO und SAF

Dieselben Rohstoffe, derselbe Wasserstoff und dieselben Hydroprocessing-Kapazitäten können mehrere Produkte bedienen. Ein Vertrag sollte Rohstoff, Emissionsbilanz, Zertifizierung, Preisformel und das Risiko einer geänderten regulatorischen Einstufung beschreiben.

Quellen: Europäische Kommission, ReFuelEU Aviation; S&P Global Energy, 10.08.2026; SAFCo Singapore, 7.08.2026; Swiss Confederation/PSI, 20.08.2026.

12

Regionale Karten

Das Risiko wandert vom Golf zum Abnehmer

Jede Region absorbiert denselben Schock über einen anderen Kanal

QUALITATIVE BEWERTUNG DANSKE GAS · nach dem August 2026

Die qualitative Karte verbindet Angebot, Logistik und Nachfrage, ohne einen einzigen synthetischen Index vorzutäuschen. Fünf Regionen, fünf Übertragungskanäle: von Angebot und Fracht im Golf über Gas und Destillate in Europa bis zu Ersatzladungen aus dem atlantischen Becken.

Persischer Golf · Kritisch

Übertragungskanal: Angebot und Fracht. Signal: Durchlässigkeit von Hormus, LNG aus Katar, Kriegsprämie und Schiffsverfügbarkeit. Bedeutung: Hier entsteht die Prämie, die alle übrigen Regionen zahlen.

Europa · Hoch

Übertragungskanal: Gas und Destillate. Signal: niedrigere Gasbestände, teurer Diesel und Bedarf an atlantischen Ladungen. Bedeutung: Die Lieferkosten steigen schneller als der Benchmark; der Herbst hängt von LNG-Importen und vom Wetter ab.

Asien · Hoch

Übertragungskanal: Wettbewerb um LNG. Signal: Rivalität um LNG-Ladungen und Produkte sowie Neuordnung der Bezugsquellen für Rohöl. Bedeutung: Indien kauft LNG teurer und mit größerem Vorlauf, China verlagert seine Bezugsquellen für Rohöl.

USA · Unterstützend

Übertragungskanal: Ersatzangebot. Signal: wachsende Produkt- und LNG-Exporte, aber Wartungs- und Kapazitätsgrenzen. Bedeutung: Puffer für den Atlantik, aber kein sofortiger.

Atlantisches Afrika · Unterstützend

Übertragungskanal: Ersatzladungen. Signal: alternatives Jet Fuel und Produkte, wachsende Bedeutung der atlantischen Häfen. Bedeutung: zusätzliche Quelle für Europa, solange der Golf eingeschränkt bleibt.

Das August-Monitoring von Bloomberg für Asien zeigte die Kosten dieser Neuordnung: teure LNG-Käufe durch Indien, die Verlagerung chinesischer Rohölkäufe und steigende Tankereinnahmen. Diese Materialien behandeln wir als qualitative Bestätigung der Richtung, nicht als Quelle einer vollständigen Preisreihe.

Dauerhafte Veränderung

Das Risiko verschwindet nicht im Golf – es wandert entlang der Lieferkette und setzt sich beim Abnehmer in Form von Fracht, Versicherung und Zeit ab. Der Handel wird atlantischer und langstreckiger.

Quellen: Bloomberg APAC Fuel Crunch; S&P Global Energy, 5. und 28.08.2026; EIA, 11.08.2026; GIE AGSI+. Bewertung der Stufen – redaktionell, auf Grundlage der in der Ausgabe genannten Quellen.

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Die Sicht von Danske Gas

Für September braucht es einen Risikokorb

Fünf operative Entscheidungen, die sich aus den Augustdaten ergeben

KOMMERZIELLE PERSPEKTIVE · 9. September 2026

Priorität

Das Benchmark-Risiko vom Risiko der physischen Lieferung trennen. Brent, TTF oder die Produktnotierung umfassen nicht automatisch Fracht, Versicherung, Terminalfenster und Qualität.

  • 01
    DieselCrack, Ladungsverfügbarkeit im Mittelmeerraum und in ARA sowie die Raten der Produktentanker (Clean Tanker) getrennt beobachten.
  • 02
    Gas und LNGDas Szenario einer langsameren Speicherbefüllung aufrechterhalten und die Empfindlichkeit gegenüber dem asiatischen Wettbewerb testen.
  • 03
    Jet FuelDas Bild des physischen Marktes von der Terminkurve und der Saisonalität des Luftverkehrs trennen.
  • 04
    BiokraftstoffeIn Verträgen über HVO und SAF die vollständige Dokumentation von Rohstoff, Zertifizierung und Emissionsbilanz verlangen.
  • 05
    VerträgeAlternative Häfen, Routen und Lieferzeiten bepreisen, noch bevor eine Störung eintritt.

Drei Szenarien für September

Basis · Angespannt

Hormus funktioniert ungleichmäßig; Produkte und LNG halten die Prämie trotz schwächerer Ölnachfrage. Am wertvollsten bleibt die Optionalität von Hafen, Route und Abnahmetermin.

Positiv · Normalisierung

Mehr Durchfahrten, sinkende Fracht und schnellere Befüllung der EU-Speicher.

Negativ · Neuer Schock

Weitere Angriffe oder Ausfälle treiben Diesel, TTF, JKM und die Versicherungskosten nach oben.

Im angespannten Szenario bleibt die Optionalität von Hafen, Route und Abnahmetermin am wertvollsten. Basisszenario „Angespannt“ · Perspektive von Danske Gas

Quellen: Bewertung und Szenarien von Danske Gas auf Grundlage des vollständigen Quellenbestands der Ausgabe.

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Thesen zur Abrechnung

Fünf Thesen zur Abrechnung in Ausgabe 10/2026

Jede hat eine benannte Quelle und einen Termin; die nächste Ausgabe wird unabhängig vom Ergebnis mit ihrer Abrechnung eröffnet

Die folgenden Aussagen ergeben sich aus den Bewertungen dieser Ausgabe. Wo die Augustdaten eine Zahlenschwelle liefern, nennen wir sie ausdrücklich; wo sie es nicht tun, rechnen wir die Richtung ab.

  • T1
    Der Füllstand der EU-Gasspeicher am 1. Oktober bleibt unter dem für den 1. November gesetzten Ziel von 90 %GIE AGSI+ · Stand 1.10.2026
    < 90%
  • T2
    ULSD CIF Mediterranean hält sich über dem Fünfjahresdurchschnitt; die Produktprämie verschwindet trotz schwächerer Ölnachfrage nichtS&P Global Energy/Platts, öffentliche Punkte · 30.09.2026
    > 853 USD/t
  • T3
    Der physische Regrade von Jet Fuel zu Diesel bleibt negativ, und die Jet-Fuel-Terminkurve wird weiterhin über Diesel bepreistS&P Global Energy/Platts · Ende September 2026
    negativ
  • T4
    Die Zahl der Durchfahrten durch Hormus bleibt deutlich unter dem Vorkriegsniveau; das Basisszenario „Hormus funktioniert ungleichmäßig“ weicht keiner NormalisierungS&P Global Energy, Argus Media · September 2026
    unter dem Vorkriegsniveau
  • T5
    OPEC+ behält den Modus monatlicher Überprüfungen bei und kündigt für Oktober keine größere Anpassung an als für SeptemberOPEC · Beschlüsse bis 30.09.2026
    ≤ 188 Tsd. b/d
Abrechnungsregel

Die Thesen rechnen wir im Eröffnungsabschnitt der Ausgabe 10/2026 ab: bestätigt, nicht bestätigt oder mangels Daten unentschieden. Eine Änderung der Quellenmethodik wird vermerkt, ändert die Schwelle jedoch nicht.

Grundlage: Die Thesen formulierte die Redaktion auf Grundlage der Bewertungen des Autors in den Abschnitten 04–13; die Zahlenschwellen beziehen sich ausschließlich auf die in dieser Ausgabe genannten Werte.

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Kalender und Signale

Was bis zur nächsten Ausgabe zu beobachten ist

Die Signale für Anspannung und Normalisierung ergeben sich unmittelbar aus den drei Szenarien für September

REDAKTION · 9. September 2026

Signale der Anspannung

Weitere Angriffe oder Infrastrukturausfälle im Golf. Ungleichmäßiger Verkehr durch Hormus ohne Einigung. Neue Rekorde bei LR2-Fracht und Produktentankerraten. Anstieg von Diesel, TTF, JKM und Kriegsversicherungskosten. Langsamere Befüllung der EU-Speicher gegenüber dem Ziel von 90 % zum 1. November.

Signale der Normalisierung

Mehr Durchfahrten durch Hormus und sinkende Fracht. Schnellere Befüllung der EU-Speicher. Rückkehr von ULSD CIF Med in Richtung Fünfjahresdurchschnitt. Schließung der Jet-Fuel-Prämie über Diesel auf der Terminkurve. Abschluss der Arbeiten bei Freeport LNG und Anstieg der US-Exporte gemäß EIA-Prognose.

Beobachtungsrhythmus

Ständige Quellen der Ausgabe und ihre Veröffentlichungsfrequenz

RhythmusQuelleWas wir verfolgen
TäglichGIE AGSI+Füllstand der EU-Gasspeicher gegenüber dem Ziel von 90 % zum 1. November
LaufendS&P Global Energy/Platts, Argus Media, BloombergDurchfahrten durch Hormus, LR2-Fracht und Produktentanker, ULSD CIF Med, Regrade Jet–Diesel, Einkaufsrichtungen in Asien
MonatlichIEA OMR, EIA STEO, OPEC, IATAÖlnachfrage, -angebot und -bestände; LNG-Exporte aus den USA; OPEC+-Überprüfungen; RPK und ASK
RegulierungEuropäische Kommission, PlattsNeue EU-Gasmarktregeln, Schwellen von ReFuelEU Aviation, Methodik der SAF-Produktionskosten
Termine gemäß den Ankündigungen der Herausgeber.
Nächste Ausgabe

Ausgabe 10/2026 umfasst den September 2026 und schließt die Daten zum Monatsende. Sie wird mit der Abrechnung der fünf Thesen aus Abschnitt 14 und der Aktualisierung der zwölf Zahlen in derselben Konstruktion eröffnet.

Grundlage: Szenarien und operative Entscheidungen aus Abschnitt 13; Veröffentlichungsrhythmus gemäß den institutionellen Seiten der im Quellenregister genannten Herausgeber.

16

Quellen und Methodik

Vollständiges Register der Materialien

Die Ausgabe umfasst Veröffentlichungen vom 1. bis 31. August 2026 sowie zwei ständige institutionelle Referenzen

In die Synthese gingen ausschließlich im August 2026 veröffentlichte Materialien ein. Die Ausnahme bilden zwei ständige Referenzen: die Plattform GIE AGSI+ als Quelle der Tagesdaten und die Seite der Europäischen Kommission für die geltenden Schwellen von ReFuelEU Aviation. Die Titel in der Tabelle sind aktive Verweise.

Register der Materialien der Ausgabe 09/2026

18 Positionen · chronologische Reihenfolge · Titel im Originalwortlaut

Das Register umfasst alle Materialien, auf die sich die Zahlen und Schlussfolgerungen der Ausgabe stützen.

Wie diese Ausgabe zu lesen ist

Verifikationsstandard

Jede Zahl hat einen benannten Herausgeber, ein Datum und einen direkten Verweis. Primärdaten haben Vorrang vor medialem Kommentar.

Primärquellen

IEA, EIA, OPEC, IATA, GIE, Europäische Kommission und World Bank bilden die Grundlage für Bilanz-, Regulierungs- und makroökonomische Zahlen.

Marktagenturen

Argus, S&P Global Energy und Bloomberg dienen der Überprüfung des Preismechanismus, der Ströme, der Fracht und des Verhaltens der Marktteilnehmer.

Einschränkungen

Die Preispunkte der Agenturen (Argus, Platts) stammen aus deren öffentlichen Materialien, mit Beobachtungsdatum; die Ausgabe enthält keine lizenzierten Preisreihen. Prognosen behalten die Annahmen der Quellen bei, insbesondere hinsichtlich Hormus. Nach dem Berichtsmonat veröffentlichte Daten werden gesondert gekennzeichnet.

Ständige Reihen

In jeder Ausgabe kehren in derselben Konstruktion wieder: die Ölbilanz laut IEA (Nachfrage, Angebot, Bestände), der Füllstand der EU-Gasspeicher, die LNG-Exporte aus den USA laut EIA, ULSD CIF Mediterranean, der Regrade Jet–Diesel und die RPK laut IATA. Ihre Methodik ändert sich nicht ohne Vermerk.

Szenarien und Urheberrecht

Szenarien ordnen das Risiko, sie prognostizieren keine Preise. Quellentexte wurden zusammengefasst und interpretiert; externe Grafiken oder längere Auszüge aus kostenpflichtigen Veröffentlichungen wurden nicht reproduziert.

Autorschaft und Datenprüfung

Die Ausgabe erarbeitete D. Paliwoda, Danske Gas Research, für Danske Gas Intelligence.