Wie Danske Gas binnen eines Jahres um das Zigfache gewachsen ist
Binnen eines Jahres ist die Gesellschaft um das Zigfache gewachsen, das Team um ein Mehrfaches – prozentual das schnellste Wachstum der Branche in Polen. Treiber des Wachstums sind die Lieferungen auf dem Seeweg. Maciej Kniżewski, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Danske Gas S.A., spricht mit e-petrol.pl über den Import in vollen Schiffsladungen, neue Trading-Desks und eine neue NCW-Dienstleistung für Kraftstoffimporteure.
Gesprächspartner Maciej Kniżewski, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Danske Gas S.A. Biografie →
Das Interview erschien erstmals am 24. September 2026 auf e-petrol.pl

Das Nationale Richtziel gibt es seit Jahren, und jeder Importeur erfüllt es. Warum sprechen Sie beim NCW von einer Kostenposition und nicht von einer regulatorischen Pflicht?
Weil das NCW in der Kalkulation des Importeurs eine Kostenposition in jedem Kubikmeter ist und keine Formalität zum Jahresende. Die Pflicht trifft jedes Unternehmen, das importierten Kraftstoff in Verkehr bringt. Erfüllt wird sie mit Biokomponenten und auf anderen im Gesetz vorgesehenen Wegen, und jeder dieser Wege hat seinen Preis, der sich mit den Notierungen ändert. Zwei Importeure, die dieselbe Menge Dieselkraftstoff einführen, können daher für dieselbe Pflicht unterschiedliche Kosten tragen, und der Unterschied ergibt sich allein aus der Art der Erfüllung. Ein Importeur, der das NCW auf nur einem Weg erfüllt – durch Bioblending und den Kauf von Biokomponenten zu Marktpreisen –, zahlt so viel, wie dieser eine Weg gerade kostet. Wer mehrere Wege zur Verfügung hat, zahlt für die günstigste verfügbare Konfiguration. Da die Kosten von der Art der Erfüllung abhängen, ist das eine Aufgabe zum Durchrechnen, nicht zum Abhaken.
Was hat die Novelle von 2025 zum Gesetz über Biokomponenten und flüssige Biokraftstoffe geändert?
Zweierlei. Sie hat die Pflicht angehoben: 10 % in den Jahren 2026–2029 und 14,9 % im Jahr 2030. Und sie hat den Katalog der Erfüllungswege erweitert: Neben Biokomponenten zählen dazu erneuerbarer Strom, Biomethan einschließlich Bio-LNG sowie fortschrittliche Biokomponenten aus Abfällen und Reststoffen. Zugleich hat sie den Anteil von Biokomponenten aus Nahrungsmittelrohstoffen auf 6,1 % begrenzt. Die Folge für den Importeur ist einfach: Die Pflicht steigt, und ihr einfachster Erfüllungsweg ist gedeckelt. Der verbleibende Teil muss mit fortschrittlichen Biokomponenten oder auf anderen Wegen erfüllt werden, und jeder dieser Wege hat einen anderen Preis. Das macht das NCW zu einer Optimierungsaufgabe. Dieselbe Pflicht lässt sich teurer oder günstiger erfüllen, und der Unterschied bemisst sich in PLN je Kubikmeter.
Worin besteht das Modell von Danske Gas?
In der Übernahme des Imports samt der Pflicht. Der Importeur kauft Diesel- und Ottokraftstoffe bei Danske Gas. Danske Gas tritt als Importeur auf; damit geht die NCW-Pflicht für dieses Volumen einschließlich Dokumentation und Jahresabrechnung auf uns über. Den Kraftstoff liefern wir per Tankwagen, per Bahn oder in vollen Schiffsladungen, je nach Größe des Abnehmers. Der NCW-Preis je Partie ist fest; das Risiko von Kostenänderungen bei der Erfüllung der Pflicht nach Abschluss der Transaktion trägt Danske Gas. Wir garantieren niedrigere Kraftstoffkosten als beim Import in Eigenregie – bis zu einigen Dutzend PLN je m³. Die Garantie ist vertraglich festgeschrieben.
Der Unterschied zum Kauf von Biokomponenten am Markt ist grundlegend. Kauft der Importeur Biokomponenten, erwirbt er einen der Wege zur Erfüllung der Pflicht zum aktuellen Preis und trägt das Risiko selbst. Bei uns kauft er Kraftstoff mit erfüllter Pflicht, zu einem für die Partie festgelegten Preis. Pflicht, Dokumentation, Auswahl der Erfüllungswege und Risiko liegen bei uns.
Wie greifen Bioblending, Bio-LNG und Strom in einem Modell ineinander? Was erhält der Abnehmer physisch?
Man muss zwei Dinge unterscheiden: die Zusammensetzung des Kraftstoffs, der physisch beim Abnehmer ankommt, und die Art der Pflichterfüllung in der Jahresabrechnung. Bioblending ist Pflicht und betrifft den Kraftstoff: Dem Dieselkraftstoff mischen wir Biokomponenten bei, den Ottokraftstoffen Bioethanol, jeweils im vorgeschriebenen Anteil. Der Abnehmer erhält normgerechten Kraftstoff, wie von jedem Importeur. Den verbleibenden Teil des NCW erfüllen wir mit einem Portfolio von über zehn Produkten, darunter Bio-LNG und Strom – von langfristigen Verträgen bis zu Lösungen, die den Kraftstoffmarkt mit dem Energiemarkt verbinden. Diese Produkte gelangen nicht in den Tank des Abnehmers. Sie dienen der Erfüllung der Pflicht, die wir je Kalenderjahr abrechnen, und jedes von ihnen entspricht einem im Gesetz vorgesehenen Weg.
Unser eigener Algorithmus rechnet kontinuierlich, mit jeder Änderung der Notierungen, und wählt für jeden Lieferkorb die Konfiguration mit den niedrigsten Kosten. Deshalb sieht die Konfiguration für jede Partie anders aus: anderes Volumen, andere Häfen und Termine, andere Notierungen am Tag der Preisermittlung. Das Ergebnis dieser Berechnung bildet die Grundlage des Preises, den Sie erhalten.
Wenn der NCW-Preis je Partie fest ist, sich die Notierungen der Biokomponenten aber ändern: Wer trägt das Risiko? Und woran verdient Danske Gas?
Das Risiko trägt Danske Gas. Nach Abschluss der Transaktion wirkt sich eine Änderung der Notierungen für Biokomponenten oder andere Produkte des Portfolios nicht auf den Preis aus, der in Ihrem Vertrag steht; sie verändert unsere Kosten der Pflichterfüllung. Wir können das aus zwei Gründen übernehmen. Erstens das Portfolio: Wir erfüllen die Pflicht mit über zehn Produkten, sodass ein Preisanstieg bei einem davon die Konfiguration zugunsten der anderen verschiebt. Zweitens die langfristigen Verträge im Portfolio, die uns einen von den Tagesnotierungen unabhängigen Preis geben.
Wir verdienen an der Differenz zwischen dem garantierten Preis und unseren eigenen Kosten der Pflichterfüllung für den gesamten Lieferkorb. Die Garantie ist vertraglich festgeschrieben; das Angebot ergibt also nur dann Sinn, wenn unser Modell zu niedrigeren Kosten kommt als der Import in Eigenregie. Das ist keine Frage des guten Willens, sondern der Kalkulation.
Wie prüft der Importeur nach, dass die Pflicht für seinen Kraftstoff erfüllt wurde? Und was sollte er übermitteln, um ein Angebot zu erhalten?
Das NCW rechnen wir je Kalenderjahr für das gesamte Volumen ab, das der jeweilige Abnehmer bei uns bezieht. Wir dokumentieren die Partien und die zur Erfüllung der Pflicht eingesetzten Produkte; auf Wunsch übermitteln wir Ihnen eine Aufstellung für Ihr Volumen. Die Lieferkette der Biokomponenten ist im System KZR INiG zertifiziert und von Bureau Veritas attestiert. Die Gesellschaft selbst lässt sich im Konzessionsregister des Präsidenten der Energieregulierungsbehörde (URE) und im Verzeichnis der Verbrauchsteuerpflichtigen überprüfen; den vollständigen Satz an Konzessionen, Registern und Kennungen finden Sie auf danskegas.com im Bereich Unternehmensführung.
Für ein Angebot genügen vier Angaben: das nach Diesel- und Ottokraftstoffen aufgeschlüsselte Jahresvolumen, die Häfen oder Lieferorte, der Lieferplan und die Struktur der Partien. Auf dieser Grundlage erstellen wir ein Angebot für den angegebenen Lieferkorb. Danske Gas kann auch die Finanzierung des Imports bereitstellen, einschließlich Lieferungen in vollen Schiffsladungen; Umfang und Bedingungen legen wir individuell fest, entsprechend Volumen und Lieferplan. Kontakt: warsaw@danskegas.com, Zentrale +48 22 490 8000, danskegas.com.
Das Modell ist neu im Angebot von Danske Gas. Warum haben Sie es aufgebaut, und warum gerade jetzt?
Zunächst haben wir es für uns selbst aufgebaut. Danske Gas ist Importeur und erfüllt dieselbe Pflicht für das eigene Volumen; Portfolio und Algorithmus sind entstanden, damit unser eigener Import weniger kostet. Das Modell haben wir auf Grundlage eigener Erfahrungen ausgefeilt, und ab Herbst 2026 stellen wir es Importeuren als Dienstleistung zur Verfügung. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Pflicht ist auf 10 % gestiegen, der Katalog der Erfüllungswege wurde erweitert, und der Unterschied zwischen einem einzigen Erfüllungsweg und einem Portfolio ist so groß geworden, dass es sich lohnt, ihn im Preis weiterzugeben.
Das NCW-Modell ergibt sich aus dem, was Danske Gas ist – ein Multi-Energie-Betreiber mit Konzessionen für Flüssigkraftstoffe, Strom und Erdgas. Das NCW ist die erste Stelle, an der diese Märkte in einer einzigen Kalkulation des Importeurs zusammentreffen, und dieselbe Rechenweise wird bei uns überall dort zum Einsatz kommen, wo Vorschriften Kraftstoffe mit Energie verknüpfen. Was 2030 betrifft: Das Niveau von 14,9 % erhöht die Bedeutung der Erfüllungsart, am Prinzip ändert es nichts. Ein neuer Erfüllungsweg wird wie jedes andere Produkt ins Portfolio aufgenommen. Ein Importeur, der das NCW heute auf nur einem Weg erfüllt, wird 2030 für diesen Weg proportional mehr zahlen. Wer ein Portfolio hat, zahlt für die günstigste im jeweiligen Jahr verfügbare Konfiguration.
Danske Gas ist binnen eines Jahres um das Zigfache gewachsen. Woher kommt diese Dynamik?
Die Gesellschaft ist binnen eines Jahres um das Zigfache gewachsen, das Team um ein Mehrfaches. Jedes Quartal kommen neue Trading-Desks und neue Produkte hinzu. Wir stellen Leute aus Konzernen ein; sie bringen ein Produkt mit, das sie seit Jahren kennen, und bauen bei uns den Desk dafür auf. Wir steigen stark in grünen Strom ein. Die in Dänemark und in der Schweiz gesammelte Erfahrung im Seehandel übertragen wir auf den polnischen Markt.
Wer steht hinter dieser Garantie?
Eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 20 Mio. PLN und Konzessionen des Präsidenten der URE für den Handel mit Flüssigkraftstoffen, auch grenzüberschreitend, sowie – seit Juni 2026 – für den Handel mit Strom und Erdgas, auch grenzüberschreitend; die Konzessionen gelten bis 2040. Die Abschlüsse der Gesellschaft prüft Grant Thornton. Im Juli 2026 hat die ING-Gruppe die der Gesellschaft gewährte Finanzierung verdoppelt. Danske Gas habe ich von Grund auf aufgebaut. Das Risiko, das die Gesellschaft mit der Garantie übernimmt, ist ein Risiko für mein Kapital.
Das Interview erschien erstmals am 24. September 2026 auf e-petrol.pl
Biografie: Maciej Kniżewski, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Danske Gas S.A.
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